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Der Verein Forum Vauban stellte von 1994 bis 2004 die "erweiterte Bürgerbeteiligung" im Stadtteil Vauban, Freiburg.
Der Stadtteilverein Vauban e.V. hat die Nachfolge angetreten.
Diese Internetseiten dienen lediglich der Dokumentation der damaligen Aktivitäten.
Ein Wegweiser
quartierssozialarbeit im stadtteil vauban
patricia de santiago
alfred-döblin-platz 1, d-79100 freiburg
fon: 0761 456871-34, fax: 0761 456871-39
email: santiago(at)vauban.de
www.quartiersarbeit-vauban.de
 
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Förderprojekt 4:

fachkonferenz stadtvisionen

Gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU, AZ 15853)

Projektlaufzeit: Mai 1999 bis Dezember 1999

Fördersumme: 54.655,57 €

kurzbeschreibung

Auf der internationalen Konferenz "StadtVisionen" diskutierten rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 21 europäischen Ländern über nachhaltige Stadtentwicklung sowie über Möglichkeiten und Grenzen der Bürgerbeteiligung. Die Fachkonferenz war eine vorbereitende Veranstaltung der Weltkonferenz Urban 21 zur Zukunft der Städte und fand vom 28. bis 31. Oktober in Freiburg statt. Sie wurde vom Forum Vauban e.V. sowie dem Internationalen Rat für kommunale Umweltinitiativen (ICLEI) veranstaltet.

Die 10 Thesen nachhaltiger Stadtentwicklung wurden anläßlich der Konferenz aufgestellt und von den Teilnehmenden intensiv diskutiert. Sie richten sich gleichermaßen an alle städtischen Akteure - seien es Verantwortliche aus Verwaltung und Rat, Vertreter von Verbänden und Initiativen oder "normale" Bürger.

10 thesen zur nachhaltigen stadtentwicklung

Präambel

Es ist zentraler Bestandteil nachhaltiger Stadtentwicklung, die Stadt als Lebensraum zu begreifen und die Bedürfnisse ihrer Bewohner in den Vordergrund zu rücken. Ziel muß deshalb sein, die Bürgerschaft verstärkt in die Verantwortung für das Gemeinwesen mit einzubeziehen, ihnen mehr Gestaltungsspielräume in ihrem Wohn- und Lebensumfeld zu eröffnen und dadurch ihre Identifikation mit der Stadt zu erhöhen. Durch Ergänzung der repräsentativen Demokratie mit Elementen unmittelbarer Mitwirkung kann der Politikverdrossenheit begegnet und die Demokratie gestärkt werden.

die nachhaltige Stadt ...

... hat eine integrierte Planungskultur

  • Ziele und Maßnahmen der Stadtentwicklung werden von Beginn an unter Einbeziehung der betroffenen Verwaltungsabteilungen, der lokalen Entscheidungsträger, von externen Fachleuten sowie bürgerschaftlichen Gruppierungen und Vertretern festgelegt.
  • Lernende Planung: umsetzungsbegleitendes Monitoring mit geeigneten Indikatoren gewährt Erfolgskontrolle und ermöglicht, daß Planungskorrekturen auch nachträglich erfolgen können.
  • Verwaltungsabläufe und –strukturen sind gegenüber der Öffentlichkeit transparent.

... wendet neue Formen der Bürgerbeteiligung an

  • Beteiligung gibt es auch über gesetzliche Anforderungen hinaus, angemessene Verfahren finden Anwendung.
  • Für Bürgerbeteiligung stehen ausreichend Ressourcen (Zeit, finanziell) zur Verfügung.
  • Mitwirkung wird sichtbar: Ergebnisse der Bürgerbeteiligung beeinflussen die Umsetzung unmittelbar.
  • Die Bürger erhalten Angebote zur Beteiligung, die ihren Beteiligungswünschen entgegenkommen. Die Bürgerbeteiligung räumt auch jenen Bevölkerungsgruppen Möglichkeiten der Mitwirkung ein, die sich normalerweise nicht beteiligen. Bestehende nachbarschaftliche Strukturen werden als Anknüpfungspunkte genutzt.
  • Die Bürger verstehen sich als zentrale Akteure bei der Realisierung der nachhaltigen Stadt. Sie fordern Handlungsspielräume ein und nutzen diese verantwortungsvoll.
  • Freie Träger werden verstärkt mit Organisation und Durchführung der Beteiligung betraut.

... setzt zukunftsfähige Mobilitäts- und Verkehrskonzepte um

  • Anwendung verkehrsreduzierender und -vermeidender Planungsprinzipien wie z.B.: Stadtteil der kurzen Wege, erhöhte Bebauungsdichte, Funktionsmischung, Polyzentralität.
  • Priorität für stadt- und umweltverträgliche Mobilität (ÖPNV, Car-Sharing, Fußgänger und Radfahrer).
  • Förderung autoreduzierter bzw. -freier Stadtgebiete; Wiedergewinnung des öffentlichen Raums: Straßen als Orte der Begegnung.

... hat eine ökologische Energieversorgung und minimiert den Verbrauch

  • Minimierung des Energieverbrauchs bei Gebäuden, z.B. durch Passivhäuser, Wärmedämmmaßnahmen bei Neubauten und im Bestand.
  • Förderung von Kraft-Wärmekopplung und regenerativen Energieträgern, besonders von Solarenergie zur Stromerzeugung sowie für Heizung oder Warmwasser.
  • Einsatz moderner Energiedienstleistungen, wie z.B. Contracting, Least Cost Planning und Demand-Side-Management.

... fördert menschen- und umweltgerechtes Bauen

  • Konsequente Anwendung ressourcensparender Bauweisen sowie Nutzung von umwelt- und bewohnerfreundlichen Baustoffen und -konzepten.
  • Ganzheitliche Planung von Bauprojekten mit ansprechendem Design, die den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes im Blick hat.
  • Die natürlichen Kreisläufe werden beachtet, mit den Ressourcen Boden, Wasser und Luft wird schonend umgegangen, die biologische Vielfalt wird nicht gefährdet.

... stärkt regionales Wirtschaften

  • Wirtschaften in möglichst regionalen Strukturen vermindert die Krisenanfälligkeit der Ökonomie, vervielfacht die aus dem überregionalen Handel gewonnene Wertschöpfung und erhöht die demokratische Steuerungsmöglichkeit der Wirtschaftsentwicklung.
  • Die Regionalisierung der Materialströme vermindert das Transportaufkommen und macht Umweltauswirkungen für die Konsumenten sicht- und erfahrbar.
  • Eine Stärkung des Dienstleistungssektors trägt zu einer Dematerialisierung der wirtschaftlichen Aktivitäten bei, kann Arbeitsplätze schaffen, stärkt die Teilhabe von Frauen im Wirtschaftsleben und ist eine Chance für Regionen im Strukturwandel.
  • Eine von kleineren und mittleren Unternehmen geprägte Wirtschaftsstruktur kann flexibler auf Weltmarktveränderungen reagieren, entfaltet Produktivitätsgewinne und kann wirtschaftliche Innovationen schneller in marktfähige Produkte umsetzen.

... gestaltet sozial gerechte Wohn- und Lebensräume

  • Gewährleistung einer guten Zugänglichkeit von sozialen und kulturellen Einrichtungen, Stätten der Aus- und Weiterbildung, Geschäften, attraktiven öffentlichen Räumen, Orten der Naherholung und öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • Mischung von Wohnen und Arbeiten, Zugänglichkeit für unterschiedliche soziale Gruppen im Quartier.
  • Schaffung von Räumen in der Nachbarschaft für alle Bedürfnisse zwischen Rückzug und Kommunikation.
  • Förderung der Identifikation der Bewohner mit ihrem Stadtteil.
  • Vielfalt von Wohnformen, flexible Nutzung in unterschiedlichen Lebensphasen.
  • Möglichst weitgehende Bewohnermitbestimmung und -mitverantwortung, auch im Mietwohnungsbereich.

... mischt planerische Vorgaben und begleitende Maßnahmen

  • Bestimmte Maßnahmen nachhaltiger Stadtentwicklung (anspruchsvolle Mindeststandards) werden planungsrechtlich in Bebauungsplänen oder privatrechtlich in Grundstückskaufverträgen festgelegt.
  • Ergänzende Maßnahmen, deren Umsetzung freiwillig ist, werden über Beratungs- und Qualifizierungsangebote sowie finanzielle Anreize gefördert.

... pflegt den Austausch

  • Der Austausch zwischen Kommunen, Fachleuten sowie beispielhaften Projekten zur Verbreitung vorbildlicher Ansätze wird verstärkt, z.B. über regionale, überregionale und internationale Netzwerke.

... hat Mut zu neuen Lösungen.

  • Die gegebenen kommunalen Handlungsspielräume werden offensiv im Sinne nachhaltiger Stadtentwicklung genutzt. Mit Mut zu unkonventionellen Lösungsansätzen werden hierbei wichtige Akzente gesetzt.
Freiburg, im Oktober 1999

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zuletzt aktualisiert am: 25.11.2004 © 2002-2004 forum vauban, freiburg